🦷 Mini-Checkliste „Röntgen ja / nein?“
1️⃣ Welche Fragestellung?
Bedeutung:
Warum will ich überhaupt röntgen?
Was möchte ich konkret wissen, was ich klinisch nicht sicher klären kann?
🔹 Beispiele:
- „Gibt es eine apikale Läsion?“
- „Wie ist die Wurzelmorphologie vor einer Extraktion?“
- „Besteht Nähe zum Canalis mandibulae?“
❌ Falsch:
„Zur Kontrolle“, „zur Sicherheit“, „das machen wir immer“
✅ Prüfer wollen hören:
„Ich röntge nur bei einer klaren diagnostischen Fragestellung.“
2️⃣ Was ändert das Bild an meiner Therapie?
Bedeutung:
Hat das Röntgen eine Konsequenz?
👉 Frage dich:
- Würde ich anders behandeln, je nach Befund?
- Beeinflusst das Bild:
- OP-Planung?
- Wahl der Technik?
- Risikoabschätzung?
- Entscheidung „erhalten oder extrahieren“?
❗ Wenn das Bild nichts ändert, darfst du nicht röntgen.
Prüfungsreif formuliert:
„Die Aufnahme ist nur gerechtfertigt, wenn sie mein therapeutisches Vorgehen beeinflusst.“
3️⃣ Gibt es Voraufnahmen?
Bedeutung:
Muss ich wirklich neu röntgen oder gibt es schon Bilder?
🔹 Prüfen:
- Wie alt ist die Aufnahme?
- Ist die Qualität ausreichend?
- Beantwortet sie meine Fragestellung?
👉 Wenn ja → kein neues Röntgen
👉 Neues Bild nur bei:
- neuer Symptomatik
- neuem Verdacht
- unklarer oder veralteter Aufnahme
Prüferformulierung:
„Ich prüfe immer vorhandene Voraufnahmen, um unnötige Strahlenexposition zu vermeiden.“
4️⃣ Welche Aufnahme ist die minimal notwendige? (ALARA)
Bedeutung:
Welche kleinste, gezielteste Aufnahme reicht aus?
ALARA = so wenig Strahlung wie möglich, aber ausreichend für die Fragestellung.
🔹 Beispiele:
- 1 Zahn → Zahnfilm, nicht OPG
- Approximaldiagnostik → Bitewing
- Überblick nötig → OPG
- DVT → nur, wenn 2D nicht reicht
❌ „Je mehr man sieht, desto besser“
✅ „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“
Perfekte 10-Sekunden-Antwort im Examen
„Ich entscheide über Röntgen anhand einer konkreten Fragestellung, prüfe, ob das Bild mein therapeutisches Vorgehen beeinflusst, ob Voraufnahmen vorhanden sind, und wähle nach dem ALARA-Prinzip die minimal notwendige Aufnahme.