Nichtchirurgische Parodontaltherapie – Instrumentierung und Reevaluation
Von der antiinfektiösen Therapie bis zur begründeten Anschlussentscheidung: Wurzeloberflächen zugänglich und substanzschonend instrumentieren, Heilung beurteilen und Resttaschen befundbezogen weiterbehandeln.
Die Tasche ist behandelt – aber ist sie auch kontrolliert?
Eine erfolgreiche AIT endet nicht mit dem letzten Instrumentenzug. Erst die Heilungsantwort zeigt, ob Entzündung und Tasche ausreichend reduziert wurden oder ob an einzelnen Stellen weiterbehandelt werden muss.
Ursache und Zugänglichkeit
Ist die Diagnose gesichert? Sind häusliche Biofilmkontrolle, Retentionsfaktoren, Risiken und medizinische Voraussetzungen so bearbeitet, dass die Instrumentierung sinnvoll und sicher ist?
Systematisch und schonend
Alle indizierten Flächen werden unter ausreichender Anästhesie mit geeigneten Hand- oder Schall-/Ultraschallinstrumenten erreicht – ohne unnötigen Zementabtrag.
Heilung ermöglichen
Der Patient erhält realistische Hinweise zu Blutung, Empfindlichkeit, Rezession und häuslicher Pflege. Routinemedikation ersetzt keine individuelle Indikation.
Vergleichen und entscheiden
Sondierungstiefen, BOP, Suppuration, Plaque, Rezession, Mobilität und Furkation werden mit dem Ausgangsbefund verglichen.
Prüfungseinstieg: „Ich behandle die Parodontitis stufenweise. Nach der Mundhygiene- und Risikokontrolle folgt die geschlossene subgingivale Instrumentierung. Nach ausreichender Heilung führe ich die Befundevaluation durch und entscheide stellenbezogen über Reinstrumentierung, chirurgische Therapie oder UPT.“
Stufe 2 reduziert die subgingivale infektiöse Belastung
Die nichtchirurgische Therapie verbindet biologische Ursache, technische Zugänglichkeit und spätere Kontrolle zu einem geschlossenen Entscheidungsweg.
Was Sie nach diesem Kapitel sicher können
- AIT, subgingivale Instrumentierung, Scaling, Root Planing und Kürettage korrekt voneinander abgrenzen.
- die Indikation nach Befund und deutscher PAR-Richtlinie nennen.
- Hand-, Schall- und Ultraschallinstrumente auswählen und technisch korrekt beschreiben.
- Gracey-Küretten den Zahnflächen zuordnen und Adaptation, Angulation sowie Arbeitszug erklären.
- einen vollständigen klinischen AIT-Ablauf einschließlich Sicherheit, Anästhesie und Dokumentation darstellen.
- erwartbare Heilung, Nebenwirkungen und Grenzen verständlich aufklären.
- eine Befundevaluation nach 3–6 Monaten strukturiert durchführen.
- Therapieendpunkte sowie das Vorgehen bei 4–5-mm- und ≥6-mm-Resttaschen begründen.
„Subgingivale Instrumentierung“ ist der moderne Oberbegriff
| Begriff | Gemeinter Inhalt | Einordnung |
|---|---|---|
| AIT | Antiinfektiöse Therapie im geschlossenen Vorgehen innerhalb der deutschen GKV-Behandlungsstrecke. | Versorgungsrechtlicher Begriff; umfasst die befundbezogene Entfernung erreichbarer supra- und subgingivaler Beläge. |
| MHU | Patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung. | Begleitet die AIT und schafft die patientenseitige Voraussetzung für langfristige Biofilmkontrolle. |
| TST, BOP, CAL | Taschensondierungstiefe, Blutung auf Sondieren und klinisches Attachmentniveau. | Zentrale Verlaufsparameter; CAL ergibt sich klinisch aus Sondierungstiefe und Lage des Gingivarands zur Schmelz-Zement-Grenze. |
| BEV/BEVa | Befundevaluation beziehungsweise erste Befundevaluation nach AIT. | Strukturierter Vergleich nach der Heilungsphase; in der GKV drei bis sechs Monate nach Abschluss der AIT. |
| CPT | Chirurgische Parodontitistherapie im offenen Vorgehen. | Nach BEV stellenbezogen zu prüfen, insbesondere bei bestätigten Resttaschen ab 6 mm. |
| UPT | Unterstützende Parodontitistherapie. | Risikobasierte Erhaltung nach aktiver Therapie; ausführlich in Kapitel 14. |
| Subgingivale Instrumentierung | Nichtchirurgischer Einsatz geeigneter Hand- oder maschineller Instrumente an subgingivalen Zahn-/Wurzeloberflächen. | Bevorzugter wissenschaftlicher Oberbegriff. |
| Scaling | Entfernung weicher und harter Beläge beziehungsweise Konkremente. | Kann supra- oder subgingival erfolgen. |
| Root Planing/Wurzelglättung | Traditionell Glättung einer kontaminierten Wurzeloberfläche. | Heute substanzschonend interpretieren; kein routinemäßiger großflächiger Zementabtrag. |
| Geschlossene Kürettage | Historisch häufig für Scaling/Root Planing ohne Lappenbildung benutzt. | Nicht mit absichtlicher Weichgewebskürettage gleichsetzen. |
| Debridement | Störung/Entfernung von Biofilm und erreichbaren Ablagerungen. | Betont Infektionskontrolle statt maximaler Substanzentfernung. |
„Ich verwende den Begriff subgingivale Instrumentierung, weil das Therapieziel die schonende Entfernung beziehungsweise Reduktion von Biofilm und klinisch erreichbaren Konkrementen ist. Eine aggressive vollständige Zemententfernung ist nicht das Ziel.“
Entzündung kontrollieren und eine reinigbare Situation schaffen
Nicht „sterile Taschen“ und nicht eine spiegelglatte Wurzel sind das Ziel, sondern eine dauerhaft kontrollierbare ökologische und klinische Situation.
Biofilm disruptieren
Die organisierte subgingivale Gemeinschaft wird mechanisch gestört und ihre Masse reduziert. Eine sterile Tasche ist weder realistisch noch erforderlich.
Entzündung senken
Blutung und Suppuration sollen weitgehend verschwinden; Sondierungstiefen und Zahl erkrankter Stellen sollen abnehmen.
Retentionsflächen reduzieren
Klinisch erreichbare Konkremente und andere beeinflussbare Retentionsfaktoren werden entfernt, ohne Wurzeloberfläche unnötig zu opfern.
Stabilität ermöglichen
Eine häuslich und professionell kontrollierbare Situation ist Voraussetzung für UPT und Zahnerhalt.
Instrumentiert wird auf Basis einer vollständigen Diagnose
Vor der AIT müssen Diagnose, Staging und Grading, Zahnprognosen, Behandlungsziele und die zu behandelnden Stellen bekannt sein. Die Therapievorbereitung umfasst:
- allgemeine und spezielle Anamnese einschließlich Medikamente, Blutungsrisiko, Allergien und relevanter Vorerkrankungen,
- vollständigen parodontalen Ausgangsbefund und geeignete Röntgenbilder,
- Aufklärungs- und Therapiegespräch sowie gemeinsame Entscheidung,
- patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung und Kontrolle der supragingivalen Biofilmkontrolle,
- Behandlung akuter Schmerzen/Infektionen und indizierte konservierend-chirurgische Maßnahmen,
- Planung von Lokalanästhesie, Instrumenten, Sitzungsumfang und Nachsorge.
In der GKV-AIT werden Taschen ab 4 mm behandelt
Die PAR-Richtlinie definiert das geschlossene Vorgehen eindeutig: Bei Sondierungstiefen von 4 mm und mehr werden alle supragingivalen und klinisch erreichbaren subgingivalen weichen und harten Beläge entfernt.
| Situation | Konsequenz in der systematischen GKV-Strecke | Klinische Einordnung |
|---|---|---|
| TST <4 mm | Keine AIT-Leistung allein aufgrund dieser Tiefe. | Supragingivale/gingivale Kontrolle; unnötige subgingivale Instrumentierung kann Attachment und Substanz schädigen. |
| TST ≥4 mm | AIT an den betroffenen Zähnen/Parodontien gemäß genehmigtem Plan. | Befundbezogene geschlossene Entfernung erreichbarer Biofilme und Konkremente. |
| Akute Läsion | Zuerst akute Ursache und Dringlichkeit behandeln. | Ein Abszess verlangt gegebenenfalls Drainage; die systematische AIT ersetzt keine Notfalltherapie. |
| Zahn ohne realistische Erhaltungsstrategie | Prognose und Alternativen vor der Instrumentierung klären. | Wiederholte invasive Therapie ohne sinnvolles Ziel vermeiden. |
Die AIT sollte möglichst innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein
Der Behandlungsumfang kann auf eine oder mehrere Sitzungen verteilt werden. Entscheidend sind vollständige Flächenabdeckung, Patientensicherheit, genügend Arbeitszeit, wirksame Anästhesie und ein verlässlicher Abschluss. Nach der PAR-Richtlinie soll das geschlossene Vorgehen nach Möglichkeit innerhalb von vier Wochen beendet werden.
Gezielte Sitzung
Lokalisierter Befund, gute Zugänglichkeit und geringe medizinische Belastung erlauben einen kleineren klar definierten Umfang.
Etappen planen
Quadranten/Sextanten oder ein Full-Mouth-Protokoll sind möglich. Umfang und Dauer werden nach Befund, Gesundheit und Patientenpräferenz festgelegt.
„Ich plane die Sitzungen so, dass jede indizierte Wurzeloberfläche systematisch behandelt wird. Der Grund dafür ist, dass eine kurze Sitzung ohne ausreichende Zugänglichkeit weniger wert ist als eine vollständig und atraumatisch ausgeführte Instrumentierung.“
Vor dem ersten Instrumentenzug wird das medizinische Risiko aktualisiert
AIT ist ein invasiver, potenziell blutender Eingriff. Die Sicherheitsprüfung ist deshalb kein Formularritual.
- Blutungsrisiko: Antikoagulanzien/Thrombozytenhemmer, Gerinnungsstörung, Lebererkrankung; Medikamente nicht eigenmächtig absetzen.
- Infektionsrisiko: Indikation zu einer Antibiotikaprophylaxe nur nach aktueller medizinischer Leitlinie und individuellem Risikoprofil – nicht routinemäßig.
- Diabetes: aktuelle Kontrolle, Mahlzeit/Medikation, Hypoglykämierisiko und Heilung berücksichtigen.
- Kardiopulmonal: Belastbarkeit, Lagerung, Adrenalinmenge, Sauerstoffbedarf und Aerosolverträglichkeit einbeziehen.
- Allergien/Interaktionen: Lokalanästhetikum, Antiseptika, Analgetika und Latex prüfen.
- Implantierte elektronische Geräte: Bei Herzschrittmacher, ICD oder ähnlichen Systemen besteht kein pauschales Ultraschallverbot; Herstellerhinweise und Gerätetyp beachten und bei Unklarheit ärztlich beziehungsweise technisch klären.
Aufklärung umfasst Ziel, Ablauf, Alternativen und wahrscheinliche Folgen
| Aufklärungspunkt | Patientengerechte Formulierung |
|---|---|
| Ziel | „Wir entfernen den entzündungsfördernden Biofilm und erreichbare harte Ablagerungen unter dem Zahnfleisch.“ |
| Ablauf | „Ich betäube die Region und reinige die betroffenen Wurzeloberflächen ohne chirurgische Eröffnung.“ |
| Grenze | „Tiefe Taschen, Einziehungen und Furkationen sind geschlossen nicht immer vollständig erreichbar.“ |
| Folgen | „Wenn die Entzündung zurückgeht, kann das Zahnfleisch schrumpfen; Zähne wirken länger und vorübergehend empfindlich.“ |
| Alternativen | Abwarten mit Progressionsrisiko, gegebenenfalls chirurgischer Zugang nach Reevaluation oder Extraktion bei nicht erhaltungswürdigem Zahn. |
| Nachsorge | „Ihre tägliche Reinigung und die spätere Kontrolle entscheiden mit über die Stabilität.“ |
Die Einwilligung muss vor der Behandlung freiwillig und verständlich vorliegen. Neue Befunde oder eine spätere chirurgische Entscheidung brauchen eine erneute spezifische Aufklärung.
Ausreichende Anästhesie verbessert Präzision und Sicherheit
Subgingivale Instrumentierung entzündeter tiefer Taschen ist häufig schmerzhaft. Infiltrations- oder Leitungsanästhesie wird regions- und patientenbezogen gewählt; ergänzende Techniken sind nur bei Indikation erforderlich. Vor der Injektion werden Anamnese, Maximaldosis, Vasokonstriktor und Aspirations-/Injektionstechnik berücksichtigt.
Kontrollierte Instrumentierung
Schmerzfreiheit reduziert Abwehrbewegungen, erlaubt die korrekte Instrumentenführung bis zur geplanten Tiefe und verhindert hektischen Druck.
Vor Start testen
Wirkung abwarten und sensible Bereiche prüfen. Bei Schmerz nicht „durchinstrumentieren“, sondern Ursache und Anästhesie nachbeurteilen.
Sicht, Absaugung und Ergonomie sind Teil der Therapiequalität
- Patient so lagern, dass Zielregion, Spiegel und Instrumentenweg zugänglich sind.
- Gute Beleuchtung, Retraktion und klare Vierhand-Assistenz organisieren.
- Persönliche Schutzausrüstung, Flächenhygiene und validierte Instrumentenaufbereitung konsequent umsetzen.
- Bei aerosolbildenden Geräten leistungsfähige Absaugung und möglichst kurze freie Aerosolstrecke nutzen.
- Wasserfluss vor Beginn prüfen; kontaminationsarme Geräteführung und korrekte Wasserhygiene sicherstellen.
- Behandlerposition und Abstützung so wählen, dass nicht Kraft, sondern Kontrolle die Bewegung bestimmt.
„Eine gute Ergonomie ist keine Komfortfrage. Sie ermöglicht korrekte Adaptation und überlappende Arbeitszüge; dadurch sinken das Risiko übersehener Flächen und das Risiko einer Gewebeverletzung.“
Die Anatomie bestimmt das Instrument
| Klinische Aufgabe | Geeignete Instrumentgruppe | Entscheidungskriterium |
|---|---|---|
| Grober supragingivaler Zahnstein | Sichelscaler oder kräftiger maschineller Ansatz | Direkte Sicht, genügend Platz, kein scharfes Ende im Weichgewebe. |
| Generalisierter subgingivaler Biofilm/Konkremente | Schlanke Schall-/Ultraschallansätze, Küretten oder Kombination | Taschentiefe, Ablagerungsmenge, Wurzelmorphologie, Patienten- und Behandlerpräferenz. |
| Flächenspezifische Feinbearbeitung | Gracey-Küretten | Mesial/distal/fazial/lingual korrekt zuordnen. |
| Tiefe enge Tasche | After-Five-/Mini-Five-Kürette oder langer graziler Ansatz | Zugang bis apikal ohne Aufdehnung oder unnötiges Trauma. |
| Furkation/Konkavität | Schlanke gekrümmte Ansätze, Miniinstrumente, passende Furkationskürette | Dreidimensionale Zugangslinie und Wurzelkontur. |
| Weicher Biofilm ohne ausgeprägtes Konkrement | Schonende maschinelle Instrumentierung; selektiv niedrigabrasives Air-Polishing | Oberfläche, Taschentiefe und zugelassenes System beachten. |
Ein „Lieblingsinstrument für alles“ ist meist ein Zugangsproblem in Verkleidung. Im Verlauf darf das Instrument gewechselt werden.
Hand- und Schall-/Ultraschallinstrumente sind klinisch gleichwertige Optionen
Die EFP-Leitlinie empfiehlt Handinstrumente, maschinelle Instrumente oder deren Kombination. Der Behandlungserfolg hängt stärker von Indikation, Zugang und Ausführung als vom Gerätelabel ab.
Tastgefühl und Flächenkontrolle
Gute Adaptation an bestimmte Konturen, kein Aerosol und gezielte Konkremententfernung; dafür techniksensitiv, ermüdend und nur mit scharfen Instrumenten effizient.
Effiziente Biofilmdisruption
Schlanke Ansätze, geringer lateraler Druck, Spülwirkung und oft kürzere Arbeitszeit; dafür Kühlung, Aerosolkontrolle und korrekte Ansatzführung erforderlich.
Stärken verbinden
Maschinell für flächige Biofilm-/Konkrementreduktion, Handinstrumente für gezielte taktile Kontrolle und anatomisch schwierige Restbereiche.
Patient und Behandler
Medizinische Situation, Geräusch-/Vibrationstoleranz, Aerosol, Wurzeloberfläche, Erfahrung und Patientenpräferenz einbeziehen.
Der Sichelscaler ist spitz und primär supragingival
Ein Sichelscaler besitzt einen dreieckigen Querschnitt, zwei Schneidekanten und eine spitze Zehe. Er eignet sich vor allem zur Entfernung supragingivaler harter Ablagerungen, besonders approximal bei guter Sicht. Wegen Spitze und kräftigem Querschnitt kann eine unkontrollierte subgingivale Anwendung Taschenepithel und Wurzeloberfläche traumatisieren.
| Merkmal | Sichelscaler | Kürette |
|---|---|---|
| Querschnitt | Dreieckig | Halbkreisförmig |
| Instrumentenspitze | Spitz | Abgerundete Zehe |
| Hauptindikation | Supragingivaler Zahnstein | Subgingivale Instrumentierung |
| Weichgewebssicherheit | Subgingival begrenzt | Bei korrekter Adaptation günstiger |
„Der Scaler hat eine spitze Arbeitsendform und wird überwiegend supragingival verwendet. Für die subgingivale Instrumentierung bevorzuge ich wegen der abgerundeten Zehe Küretten oder geeignete grazile maschinelle Ansätze.“
Universalküretten haben zwei nutzbare Schneidekanten
Bei der Universalkürette steht die Fazialfläche ungefähr rechtwinklig zum terminalen Schaft. Beide Schneidekanten können verwendet werden; verschiedene Zahnflächen sind mit einem Instrument zugänglich. Beispiele sind Columbia-, Barnhart- und Langer-Küretten.
Flexibel einsetzbar
Ein überschaubares Instrumentarium kann viele supra- und subgingivale Flächen abdecken.
Aktiv angulieren
Die Fazialfläche ist nicht werkseitig flächenspezifisch abgewinkelt; die Arbeitskante muss durch Drehung des Instruments korrekt eingestellt werden.
Gracey-Küretten sind flächenspezifisch
Die Fazialfläche einer Gracey-Kürette ist gegenüber dem terminalen Schaft versetzt. Dadurch arbeitet nur die tiefere beziehungsweise untere Schneidekante. Die abgerundete Zehe und der halbkreisförmige Querschnitt erlauben eine gewebeschonende subgingivale Adaptation.
- Auswahl: Nummer nach Zahnregion und Fläche bestimmen.
- Orientierung: terminalen Schaft annähernd parallel zur zu instrumentierenden Fläche halten.
- Adaptation: nur das vordere Drittel des Arbeitsendes anlegen.
- Einführen: Arbeitsende geschlossen und nahezu parallel zur Wurzel apikal führen.
- Aktivieren: geeigneten Arbeitswinkel herstellen und mit kontrollierten überlappenden Zügen koronal arbeiten.
„Bei der Gracey-Kürette ist nur die untere Schneidekante aktiv. Ob ich die richtige Kante gewählt habe, prüfe ich am terminalen Schaft: Er soll zur Zielzahnfläche annähernd parallel stehen.“
Vier Gracey-Paare decken die klassischen Prüfungsflächen ab
| Gracey | Region/Fläche | Merksatz |
|---|---|---|
| 1/2 oder 5/6 | Frontzähne; 5/6 zusätzlich häufig Prämolaren | Vorne beginnen |
| 7/8 oder 9/10 | Faziale und orale Flächen der Seitenzähne | Außen und innen |
| 11/12 | Mesiale Flächen der Seitenzähne | Elf/zwölf = mesial |
| 13/14 | Distale Flächen der Seitenzähne | Dreizehn/vierzehn = distal |
| 15/16 | Modifizierte Form für mesiale Seitenzahnflächen | Mesialer Zugang verbessert |
| 17/18 | Modifizierte Form für distale Seitenzahnflächen | Distaler Zugang verbessert |
After Five und Mini Five verbessern den Zugang – nicht automatisch das Ergebnis
Verlängerter terminaler Schaft
Der terminale Schaft ist gegenüber der Standard-Gracey verlängert. Dadurch kann das Arbeitsende in tieferen Taschen günstiger geführt werden.
Zusätzlich verkürztes Arbeitsende
Neben dem verlängerten Schaft ist die Klinge ungefähr halb so lang und graziler. Das erleichtert enge Taschen, Wurzeleinziehungen und Furkationseingänge.
Die Modifikation ersetzt weder die korrekte Flächenzuordnung noch die Adaptation. Ein langes Instrument, das apikal reicht, kann trotzdem an einer Konkavität vorbeiarbeiten. Kraft wird bei schlanken Arbeitsenden besonders kontrolliert eingesetzt.
Eine stumpfe Kürette erhöht Kraft und Fehlergefahr
Eine scharfe Schneide greift kontrolliert in das Konkrement. Eine stumpfe Kante reflektiert bei visueller Prüfung eher Licht und gleitet am Teststäbchen beziehungsweise an der Ablagerung, statt „Biss“ zu entwickeln.
| Stumpfes Instrument | Klinische Folge | Korrektur |
|---|---|---|
| Mehr lateraler Druck nötig | Ermüdung, Abrutschen, Weichgewebstrauma | Schärfe vor der Sitzung prüfen; fachgerecht nachschärfen oder ersetzen. |
| Konkrement wird poliert | Brünierung: Restkonkrement wird glatter und schwerer tastbar | Nicht mit Kraft kompensieren; Schneide wiederherstellen und Fläche neu systematisch prüfen. |
| Veränderte Instrumentenform | Falsche Adaptation, spitze Zehe, ungleichmäßige Kante | Originalkontur beim Schleifen erhalten; stark verschlissene Kürette aussortieren. |
Nach dem Schärfen werden Grat, Form, Sauberkeit und Aufbereitbarkeit kontrolliert. Die konkrete Schleiftechnik richtet sich nach Instrumentdesign und Herstellerangaben.
Modifizierter Schreibfedergriff plus stabile Abstützung
Kontrolle entsteht aus einem beweglichen Instrument zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie einem stabilen Stützfinger – nicht aus festem Zupacken.
- Griff: Daumen und Zeigefinger halten den Schaft; der Mittelfinger nimmt taktile Information auf.
- Abstützung: Ringfinger möglichst nahe und stabil auf Zahn/Hartgewebe abstützen; bei ungünstigem Zugang alternative intra- oder extraorale Abstützung wählen.
- Fulcrum: Die Abstützung bildet den Drehpunkt für die kontrollierte Unterarm-Hand-Bewegung.
- Kraftquelle: Arbeitszug überwiegend aus Handgelenk/Unterarm, nicht als isoliertes „Fingerkratzen“.
- Sicherheit: Direkte/indirekte Sicht, Retraktion und Gegenzug der nichtdominanten Hand erhalten.
„Ich arbeite im modifizierten Schreibfedergriff mit stabiler Abstützung. Dadurch kann ich Druck, Angulation und Zuglänge kontrollieren und verhindere ein Abrutschen in das Weichgewebe.“
Nur das vordere Drittel des Arbeitsendes folgt der Wurzel
Adaptation bedeutet, dass die ersten 1–2 mm der Schneidekante beziehungsweise das vordere Drittel des Arbeitsendes kontinuierlich an der Zahnoberfläche anliegen. Bei konvexen Flächen wird das Instrument während des Zuges gerollt, damit die Zehe der Kontur folgt.
Kontakt geht verloren
Die Schneide springt über Ablagerungen oder entfernt Biofilm nur unvollständig.
Mittleres/hinteres Drittel liegt an
Die Zehe kann abstehen und Gingiva, Wurzel oder Furkation traumatisieren.
Kurze aktive Zone
Vorderes Drittel bleibt adaptiert, während Griff und Schaft der Kontur folgen.
Kontaktlinie überschreiten
Instrument so weit führen und rollen, dass die Fläche unter dem Kontaktpunkt vollständig überlappt wird.
Einführwinkel schließen, Arbeitswinkel öffnen
| Phase | Winkel zwischen Fazialfläche und Zahn | Ziel |
|---|---|---|
| Einführen/Explorieren | Nahezu geschlossen, etwa 0–40° | Gewebeschonend bis zum Taschenboden und unter das Konkrement gelangen. |
| Scaling | Meist etwa 70–80° | Schneide greift die Ablagerung und löst sie koronal. |
| Feine Biofilm-/Oberflächenbearbeitung | Eher geringer, kontrollierter Arbeitswinkel | Leichter Druck, lange überlappende Züge, minimale Substanzbelastung. |
Winkelangaben sind Orientierung, keine starre Zahl. Wurzelkontur, Instrumentendesign und Schaftposition müssen zusammenpassen.
Explorations-, Scaling- und Feinzüge haben verschiedene Aufgaben
| Zug | Druck und Länge | Zweck |
|---|---|---|
| Explorationszug | Leicht, kontrolliert, überlappend | Taschenboden, Rauigkeit, Konkrement und Anatomie ertasten. |
| Scalingzug | Kurz, fest, koronal gerichtet | Arbeitskante apikal der Ablagerung positionieren und Konkrement lösen. |
| Fein-/Debridementzug | Länger, leichter, überlappend | Restbiofilm und kleine Rauigkeiten bearbeiten, ohne unnötig Zement abzutragen. |
Vertikale, schräge und horizontale Züge werden kombiniert. Jede Bahn überlappt die vorige. Die Arbeitszone wird systematisch von koronal nach apikal beziehungsweise abschnittsweise erschlossen und anschließend erneut tastend überprüft.
„Ich beginne mit leichten Sondierzügen. Bei Konkrement stelle ich einen wirksamen Arbeitswinkel ein und verwende kurze kräftige Züge; anschließend kontrolliere ich mit leichteren überlappenden Zügen.“
Der Tastbefund steuert die Instrumentierung – beweist aber keine Keimfreiheit
Mit Parodontalsonde, Explorer oder leicht geführtem Instrument werden Konkrementkanten, Rauigkeiten, Wurzeleinziehungen, Restaurationsränder und Taschenverlauf ertastet. Dabei verändert sich die Rückmeldung von „rau/stockend“ zu gleichmäßiger.
Makroskopische Unregelmäßigkeit
Erhabene oder kantige Ablagerung, überstehender Rand, Furkationseingang, Konkavität und begrenzte Zugänglichkeit.
Biofilmfreie Oberfläche
Weicher Biofilm und mikroskopische Kontamination können taktil unauffällig sein. Die endgültige Wirksamkeit zeigt der Heilungsverlauf.
Supragingivale Beläge und Retentionsfaktoren werden zuerst kontrolliert
Große supragingivale Ablagerungen, Plaque und überstehende Ränder behindern Sicht, Instrumentenzugang und häusliche Pflege. Ihre Entfernung beziehungsweise Korrektur schafft ein definiertes Arbeitsfeld und reduziert die erneute subgingivale Belastung.
- Beläge und Verfärbungen nach Oberfläche substanzschonend entfernen.
- Überhänge glätten oder Restauration bei Indikation erneuern.
- Kariöse, undichte und nicht hygienefähige Situationen therapeutisch einordnen.
- Patientenseitige Plaquekontrolle weiter trainieren – nicht erst nach AIT.
- Zu instrumentierende Zähne und Flächen anhand des Befunds eindeutig festlegen.
Die Tasche wird flächenweise und überlappend bearbeitet
„Ich gehe nicht einfach einmal um den Zahn herum. Ich teile jede Wurzel in überlappende Flächenabschnitte, wähle den Zugang nach der Anatomie und kontrolliere anschließend taktil.“
Furkationen sind dreidimensionale Zugangsprobleme
Ein Furkationseingang kann schmaler als ein Standardarbeitsende sein; zusätzlich begrenzen Wurzeldivergenz, Einziehungen, Schmelzprojektionen und Taschenrichtung die geschlossene Reinigung.
Nabers-Sonde und Röntgenbild
Horizontalen Befund klinisch sondieren, Lage und Grad dokumentieren; zweidimensionale Bildgebung unterschätzt frühe Furkationen häufig.
Mehrere Richtungen nutzen
Bukkal, oral und bei Oberkiefermolaren zusätzlich approximal denken. Kleine gekrümmte Ansätze beziehungsweise Miniinstrumente anpassen.
Geschlossen nicht erzwingen
Wenn Arbeitsende, Sicht und Geometrie keinen vollständigen Zugang erlauben, wird die Grenze dokumentiert und nach Heilung neu entschieden.
Nicht automatisch extrahieren
Furkationsbefall erhöht Komplexität, ist allein aber kein Extraktionsgrund. Erhaltbarkeit, Hygienefähigkeit und Anschlussoptionen zählen.
Konkavitäten verlangen kleine Arbeitszonen und Richtungswechsel
Typische schwer erreichbare Bereiche sind mesiale Wurzeleinziehungen oberer Prämolaren, proximale Konkavitäten von Molaren, distale Flächen letzter Molaren, Entwicklungsrillen und enge Taschen. Ein breites Instrument berührt dann nur die konvexen Ränder und überspannt die Vertiefung.
- vorherige Röntgenbilder und Zahnanatomie zur Zugangsplanung nutzen,
- grazile kurze Arbeitsenden beziehungsweise schlanke gekrümmte Ansätze wählen,
- vertikale, schräge und horizontale Züge aus mehreren Richtungen kombinieren,
- Instrument während des Zuges rollen und nur vorderes Drittel adaptieren,
- Grenzen bei tiefer Tasche, Furkation oder Defektmorphologie anerkennen.
„Ob es gut ausgeht, hängt nicht nur von der Taschentiefe ab, sondern auch von der Wurzelmorphologie und dem tatsächlichen Instrumentenzugang.“
Schall und Ultraschall wirken durch schwingende Ansätze plus Spülung
Schallscaler werden meist pneumatisch mit niedrigerer Frequenz betrieben; Ultraschallscaler arbeiten magnetostriktiv oder piezoelektrisch mit höherer Frequenz. Klinisch entscheidend sind die mechanische Bewegung des Ansatzes, Wasserfilm/Kühlung, geringe Anpresskraft und kontinuierliche Führung.
Mechanische Disruption
Schwingende Seitenflächen lösen Biofilm und Konkremente. Hydrodynamische Effekte unterstützen, ersetzen aber nicht den korrekten Kontakt.
Nach Aufgabe wählen
Kräftiger Ansatz für große harte Ablagerung; schlanker langer Ansatz für subgingivalen Zugang und Feinbearbeitung.
Leicht führen
Hoher Druck dämpft die Schwingung, erhöht Wärme und Substanzabtrag. Die Spitze darf nicht punktuell in die Oberfläche gedrückt werden.
Ständig in Bewegung
Kurze überlappende, überwiegend tangentiale Züge; kein langes Verweilen an einer Stelle.
Die Bewegungsbahn bestimmt, welche Ansatzflächen aktiv sind
| System | Typische Bewegung | Klinische Konsequenz |
|---|---|---|
| Magnetostriktiver Ultraschall | Elliptisch/orbital | Mehrere Seiten des Ansatzes sind aktiv; dennoch seitliche, tangentiale Anlage bevorzugen und Spitze nicht punktuell belasten. |
| Piezoelektrischer Ultraschall | Überwiegend linear | Vor allem die lateralen Flächen arbeiten; diese parallel/tangential zur Wurzel führen. |
| Schallscaler | Meist elliptisch, geringere Frequenz | Herstellerbezogene Bewegungsbahn und aktive Fläche kennen; ebenfalls leicht und dynamisch arbeiten. |
Die konkrete Geometrie variiert nach System und Ansatz. Deshalb werden Herstellerangaben, Verschleißmarkierung und zugelassener Leistungsbereich beachtet.
So wenig Leistung wie möglich, so viel wie nötig
- Leistung: an Ablagerung und Ansatztyp anpassen; feine subgingivale Ansätze meist nicht mit maximaler Leistung betreiben.
- Kühlung: ausreichenden Wasserfluss sichtbar prüfen; er kühlt Spitze/Gewebe und spült gelöste Partikel aus.
- Kontakt: laterale Fläche anlegen, Spitze vermeiden, leichter Druck und ständige Bewegung.
- Verschleiß: verkürzte oder deformierte Ansätze verlieren Effizienz und verändern ihre Wirkung; Schablone/Herstellergrenze nutzen.
- Patientenreaktion: Schmerz oder Hitzegefühl sofort ernst nehmen; Anästhesie, Leistung, Kühlung und Kontaktpunkt kontrollieren.
Aerosol wird kontrolliert – nicht durch pauschale Patientenausschlüsse
Schall-/Ultraschallinstrumente und Air-Polishing erzeugen Spritznebel beziehungsweise Aerosol. Das Team bewertet Infektionsstatus, Atemwegssituation und lokale Vorgaben, trägt geeignete Schutzausrüstung und reduziert die Verbreitung technisch.
Nah an der Quelle
Hochvolumige Absaugung durch eingespielte Assistenz; Spiegel-/Wangenretraktion und Arbeitsrichtung abstimmen.
Gezielt statt ununterbrochen
Gerät nur im Mund aktivieren, Wasserleistung korrekt einstellen und unnötige Spraydauer vermeiden.
Bei begründetem Bedarf
Wenn Aerosol klinisch vermieden werden muss, können Handinstrumente verwendet werden – sofern Zugang und Behandlungssicherheit erhalten bleiben.
Standardmaßnahmen für alle
Aufbereitung, Flächendesinfektion, Wasserhygiene und PSA unabhängig von bekanntem Blutinfektionsstatus zuverlässig durchführen.
Subgingivales Air-Polishing entfernt Biofilm, aber kein massives Konkrement
Mit dafür zugelassenem Gerät, speziellem subgingivalem Ansatz und niedrigabrasivem Pulver wie Glycin oder Erythritol kann weicher Biofilm schonend reduziert werden. Die Methode ist besonders bei Biofilmkontrolle und UPT relevant; harte mineralisierte Ablagerungen erfordern geeignete Instrumente.
| Geeignet | Nicht ausreichend/ungeeignet | Sicherheitsprinzip |
|---|---|---|
| Weicher subgingivaler Biofilm, geeignete Tasche, intakte zugelassene Düse | Massives Konkrement, unklarer Zugang, Anwendung außerhalb der Herstellerindikation | Nur vorgesehene Pulver/Ansätze; Düse ohne Gewalt einführen und ständig kontrolliert führen. |
| Schonende Wiederholungsbehandlung ausgewählter Stellen | Ersatz für Diagnose, Küretten/Ultraschall bei hartem Belag oder chirurgischen Zugang | Risiko eines Weichgewebsemphysems beachten; nicht in ungeeignete Gewebe-/Wundsituation applizieren. |
Kombinieren heißt befundbezogen ergänzen, nicht doppelt traumatisieren
Ein praktikables Vorgehen beginnt häufig mit maschineller Reduktion ausgedehnter Biofilme und Konkremente. Danach werden schwierige Flächen taktil kontrolliert und nur dort gezielt mit Handinstrumenten ergänzt, wo Restablagerung oder besondere Anatomie dies erfordert.
Wiederholte Instrumentierung trägt Wurzeloberfläche ab
Zement ist dünn und biologisch wertvoll. Jede mechanische Bearbeitung kann Substanz entfernen; unnötige Wiederholungszüge erhöhen das Risiko für Dentineröffnung, Hypersensibilität und Oberflächenschäden.
- Ablagerung lokalisieren, bevor hoher lateraler Druck angewendet wird.
- Instrument, Leistung und Zugzahl an Biofilm, Konkrement und Oberfläche anpassen.
- Flache entzündungsfreie Stellen nicht „vorsorglich tief scalen“.
- Bei der Reevaluation nur aktive/problematische Reststellen reinstrumentieren.
- Eine anatomische Rauigkeit nicht automatisch als verbliebenen Zahnstein interpretieren.
„Mein Endpunkt ist nicht maximaler Substanzabtrag, sondern eine biologisch verträgliche, entzündungskontrollierte Oberfläche. Der Grund dafür ist, dass übermäßiges Root Planing Zement und Dentin unnötig schädigen kann.“
„Wurzelglättung“ bedeutet heute nicht planmäßige Zemententfernung
Historische Konzepte gingen davon aus, bakteriell „imprägniertes“ Zement müsse umfangreich entfernt und die Wurzel glasartig geglättet werden. Moderne subgingivale Instrumentierung fokussiert auf Biofilmdisruption und die Entfernung klinisch erreichbarer Konkremente bei Erhalt möglichst vieler gesunder Wurzelanteile.
Planieren bis hart und glatt
Starker Fokus auf Endotoxine im Zement und ausgedehnte Oberflächenabtragung.
Cause-related und substanzschonend
Adhärenten Biofilm stören, erreichbare Konkremente entfernen und Gewebeheilung ermöglichen.
Eine routinemäßige Entfernung des Taschenepithels ist nicht erforderlich
Bei der geschlossenen Weichgewebskürettage werden Taschenepithel und entzündliches Gewebe absichtlich ausgeschabt. Für eine routinemäßige zusätzliche Kürettage gegenüber sorgfältiger subgingivaler Instrumentierung ist kein überzeugender Zusatznutzen belegt; sie erhöht hingegen das Gewebetrauma.
| Handlung | Bewertung |
|---|---|
| Unvermeidbarer Kontakt mit entzündeter Tascheninnenwand während der Instrumentierung | Kann auftreten; kein eigenständiges Therapieziel. |
| Systematisches „Ausschälen“ jeder Taschenwand | Nicht routinemäßig indiziert. |
| Entfernung pathologischen Gewebes unter chirurgischer Sicht | Teil einer spezifisch indizierten Operation, nicht der Standard-AIT. |
Spülung entfernt Partikel – ein Antiseptikum ersetzt keine Mechanik
Während und nach der Instrumentierung unterstützen Wasser beziehungsweise sterile/physiologische Spüllösungen Kühlung, Sicht und Abtransport gelöster Bestandteile. Eine kurzzeitige antimikrobielle Maßnahme kann in ausgewählten Situationen erwogen werden, ist aber weder Voraussetzung noch Ersatz für vollständige mechanische Biofilmkontrolle.
Mechanik bleibt Basis
Biofilmstruktur wird durch Instrumentation disruptiert; bloßes „Ausspülen“ erreicht adhärenten Biofilm und Konkrement nicht zuverlässig.
Antiseptikum nach Indikation
Wirkstoff, Konzentration, Dauer, Allergien, Schleimhaut und mögliche Nebenwirkungen individuell berücksichtigen.
Keine Dauerverordnung
Verfärbung, Geschmacksstörung und Schleimhautreaktion sind beispielsweise bei Chlorhexidin relevant; Nutzen und Dauer klar begrenzen.
Leistungsumfang unterscheiden
Lokale Antibiotikatherapie und mikrobiologische Diagnostik sind nach der PAR-Richtlinie nicht Bestandteil der vertragszahnärztlichen PAR-Versorgung.
Laser und photodynamische Therapie sind kein Routinezusatz
Die EFP-S3-Leitlinie empfiehlt weder Laser noch antimikrobielle photodynamische Therapie als regelhaften Zusatz zur subgingivalen Instrumentierung unbehandelter Parodontitis.
| Behauptung | Präzise Einordnung |
|---|---|
| „Laser sterilisiert die Tasche.“ | Biologisch unrealistisch und kein belegter klinischer Routineendpunkt. |
| „Laser ersetzt Kürette/Ultraschall.“ | Nicht als Standard ableitbar; mechanische subgingivale Instrumentierung bleibt die Basis. |
| „Zusatztechnik ist moderner und daher besser.“ | Technische Neuheit ist kein Wirksamkeitsbeleg; Zusatzkosten und mögliche Schäden gehören in die Abwägung. |
| „Man darf Laser nie einsetzen.“ | Zu absolut. Spezifische Verfahren können besondere Indikationen haben, sind aber nicht pauschal als überlegene AIT zu empfehlen. |
„Ich führe zunächst die evidenzbasierte mechanische subgingivale Instrumentierung durch. Für einen routinemäßigen Zusatznutzen von Laser oder aPDT besteht keine ausreichende Grundlage.“
Systemische Antibiotika werden nicht routinemäßig zur AIT gegeben
Die mechanische Instrumentierung ist die Basis. Wegen Nebenwirkungen, Resistenzentwicklung und Auswirkungen auf das Mikrobiom ist eine routinemäßige systemische Antibiotikagabe bei Parodontitis nicht empfohlen. Sie kann nur in eng ausgewählten Patientengruppen nach Diagnose, Nutzen-Risiko-Abwägung und korrektem Timing erwogen werden.
- kein Antibiotikum allein gegen einen organisierten subgingivalen Biofilm,
- keine Verordnung nur wegen „tiefer Taschen“ ohne Gesamtkontext,
- keine mikrobiologische Testung als automatischer Standard vor jeder AIT,
- bei Ausbreitung/Allgemeinzeichen einer akuten odontogenen Infektion separate Notfallindikation prüfen,
- Regime, Kontraindikationen und Interaktionen nicht schematisch aus alten Lehrbuchtabellen übernehmen.
Ein- oder mehrzeitig: beide Wege können wirksam sein
Subgingivale Instrumentierung kann klassisch quadranten-/sextantenweise über mehrere Termine oder als Full-Mouth-Instrumentierung innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Die EFP bewertet beide als mögliche Verfahren; ein allgemeiner klinischer Vorteil eines Schemas ist nicht belegt.
| Kriterium | Spricht eher für Etappen | Spricht eher für Full Mouth |
|---|---|---|
| Allgemeingesundheit | Begrenzte Belastbarkeit, relevante systemische Risiken | Gesund, lange Sitzung gut tolerierbar |
| Befund/Umfang | Sehr hoher Instrumentierungsaufwand, komplexe Regionen | Behandelbarer Gesamtumfang in ein bis zwei eng terminierten Sitzungen |
| Anästhesie/Ernährung | Begrenzung tauber Regionen und Kauprobleme | Patient akzeptiert ausgedehnte Anästhesie und Nachsorge |
| Organisation | Kürzere Termine, schrittweise Technikoptimierung | Wenige Termine, schnelle Komplettierung |
| Präferenz | Patient wünscht kleinere Schritte | Patient wünscht konzentrierte Behandlung |
Quadrantenweise Therapie verteilt Belastung und Lernschritte
Bei der traditionellen mehrzeitigen Behandlung werden definierte Quadranten oder Sextanten nacheinander instrumentiert. Zwischen den Terminen bleibt die häusliche Biofilmkontrolle im gesamten Mund aktiv.
Begrenzter Sitzungsumfang
Weniger ausgedehnte Anästhesie, leichteres Essen nach dem Termin und mehr Zeit für komplexe Regionen.
Rückmeldung möglich
Erfahrungen aus der ersten Sitzung können für Lagerung, Schmerzmanagement und Instrumentenauswahl genutzt werden.
Unvollständige Strecke
Terminausfälle und lange Abstände können dazu führen, dass Teile unbehandelt bleiben. Abschluss innerhalb des geplanten Zeitfensters sichern.
Nur behandelte Seite putzen
Mundhygiene und supragingivale Kontrolle gelten stets für das gesamte Gebiss.
Full-Mouth-Instrumentierung ist eine Zeitstrategie, keine Überlegenheit
Bei der Full-Mouth-Instrumentierung wird die subgingivale Therapie des gesamten Gebisses in einer Sitzung oder innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen. „Full-Mouth Disinfection“ bezeichnet zusätzliche antiseptische Protokolle; das ist nicht gleichbedeutend mit bloßer Full-Mouth-Instrumentierung.
- Gesundheitsstatus und mögliche akute systemische Entzündungsreaktion berücksichtigen.
- Sitzungsdauer, Anästhesieausdehnung, Essen/Trinken und Heimweg vorab besprechen.
- Genügend Zeit und Personal einplanen – Schnelligkeit darf Gründlichkeit nicht ersetzen.
- Bei medizinisch vulnerablen Patienten eher kleinere Belastungseinheiten erwägen.
- Antiseptische Zusatzschritte nicht als automatisch wirksamere „Desinfektion“ versprechen.
„Quadrantenweise und Full-Mouth-Instrumentierung sind mögliche Verfahren. Ich wähle nach Behandlungsumfang, Allgemeingesundheit, Organisation und Patientenpräferenz; ein genereller klinischer Vorteil ist nicht gesichert.“
Der vollständige Ablauf einer AIT-Sitzung
Vollständigkeit wird pro Fläche geprüft, Erfolg erst nach Heilung
| Ebene | Unmittelbar prüfbar | Später prüfbar |
|---|---|---|
| Technisch | Alle geplanten Zähne/Flächen bearbeitet, Zugang dokumentiert, tastbare Ablagerung gezielt entfernt | Ob übersehene Retention klinisch relevant blieb |
| Patient | Schmerz, Kreislauf, Blutung, Verständnis der Nachsorge | Häusliche Biofilmkontrolle, Empfindlichkeit, Zufriedenheit |
| Biologisch | Nicht zuverlässig in derselben Sitzung | BOP/Suppuration, TST, CAL, Rezession und Taschenverschluss |
Dokumentiert wird so, dass der spätere Vergleich möglich bleibt
- Datum, behandelter Quadrant/Sextant und konkrete Zähne,
- Indikation auf Basis des Parodontalstatus,
- aktualisierte Anamnese und besondere Risiken,
- Aufklärung, Einwilligung und besprochene Alternativen,
- Lokalanästhetikum, Konzentration, Vasokonstriktor, Menge und relevante Besonderheiten,
- verwendete Instrumentengruppen und erschwerte Zugänge/Furkationen,
- Blutung, Suppuration, besondere lokale Befunde oder Komplikationen,
- postoperative Hinweise, verordnete/empfohlene Maßnahmen und Folgetermin,
- geplanter Abschluss der AIT sowie Zeitraum der Befundevaluation.
Kurzes Dokumentationsbeispiel: „AIT regio 14–17 nach genehmigtem PAR-Plan; Anamnese unverändert; Aufklärung/Einwilligung bestätigt; LA Articain 1:200.000, 1,7 ml; supra-/subgingivale Instrumentierung mit piezoelektrischen Slim-Ansätzen und Gracey 11/12, 13/14; erschwerter distaler Zugang 17; Nachsorge erläutert, nächste AIT terminiert.“
Häusliche Biofilmkontrolle wird fortgesetzt, nicht pausiert
Der Patient reinigt die Zähne weiterhin regelmäßig und atraumatisch. Bei lokaler Empfindlichkeit kann die Technik kurzfristig angepasst werden; ein vollständiger Reinigungsstopp fördert erneut Biofilm und Entzündung.
Anästhesie beachten
Bis zur vollständigen Rückkehr der Sensibilität nicht kauen, Temperatur vorsichtig prüfen und Bissverletzungen vermeiden.
Schonend weiterreinigen
Weiche Bürste, kontrollierter Druck und bekannte Interdentalhilfen; bei Trauma individuelle Anpassung statt generelles Aussetzen.
Bedarfsorientiert behandeln
Analgetikum nur nach individueller Eignung; keine pauschale Antibiotika- oder Antiseptikaverordnung.
Warnzeichen nennen
Zunehmende Schwellung, Fieber, Schluck-/Atemprobleme, anhaltend starke Blutung oder unverhältnismäßiger Schmerz verlangen zeitnahe Abklärung.
Blutung, Druckgefühl, Rezession und offene Zwischenräume können auftreten
| Reaktion | Einordnung | Handlung |
|---|---|---|
| Leichte Blutung/Empfindlichkeit | Früh nach Instrumentierung häufig möglich | Schonende Kompression/Hygiene; Verlauf beobachten. |
| Zahn wirkt länger, „schwarzes Dreieck“ | Entzündung geht zurück und geschwollenes Gewebe schrumpft | Vorher aufklären; Interdentalhilfe neu dimensionieren. |
| Kälteempfindlichkeit | Freiliegende Wurzel/Dentintubuli, meist vorübergehend | Atraumatische Hygiene, desensibilisierende Fluoridprodukte; Differentialdiagnose bei Persistenz. |
| Vorübergehend erhöhte Mobilität wahrgenommen | Okklusion, Entzündungsrückgang und veränderte Wahrnehmung prüfen | Klinisch kontrollieren; nicht automatisch schienen. |
| Zunehmende Schwellung, Fieber, Eiter | Nicht normale Heilungsreaktion | Dringende klinische Untersuchung, Ursache/Drainagebedarf klären. |
Dentinhypersensibilität wird erklärt, differenziert und behandelt
Nach Entzündungsrückgang und Gingivaschrumpfung können Wurzeloberflächen freiliegen; zusätzlich kann Instrumentierung Tubuli eröffnen. Typisch ist ein kurzer scharfer Reizschmerz auf Kälte, Luft, Berührung oder Osmose.
Die klinische Verbesserung entsteht aus Entzündungsrückgang, Schrumpfung und Reparatur
Nach ausreichender Biofilmkontrolle nimmt das entzündliche Infiltrat ab, Ödem geht zurück und die Gingiva adaptiert sich enger an die Wurzeloberfläche.
Entzündung nimmt ab
Blutung, Rötung, Schwellung und Exsudation können sich rasch bessern, sofern die supragingivale Kontrolle stabil bleibt.
TST sinkt zweifach
Durch gingivale Rezession und klinischen Attachmentgewinn wird die sondierbare Tiefe geringer.
Überwiegend Reparatur
Typisch ist ein langes Saumepithel mit Gewebeadaptation; vollständige Regeneration von Zement, Desmodont und Knochen ist nach AIT nicht das regelhafte Ergebnis.
Zeit und Stabilität
Gewebeorganisation und Sondierbarkeit entwickeln sich über Wochen bis Monate; wiederholtes frühes Trauma vermeiden.
„Die Sondierungstiefe sinkt durch eine Kombination aus Rezession und Attachmentgewinn. Histologisch handelt es sich nach nichtchirurgischer Therapie überwiegend um Reparatur mit langem Saumepithel, nicht um vollständige parodontale Regeneration.“
Tiefere Taschen zeigen meist die größere Tiefenreduktion
In der für die EFP-Leitlinie ausgewerteten Evidenz wurden nach subgingivaler Instrumentierung im Mittel deutliche Verbesserungen beobachtet. Zahlen sind Gruppenmittelwerte aus Studien und keine Garantie für einen einzelnen Zahn.
| Parameter | Mittlerer beobachteter Effekt | Interpretation |
|---|---|---|
| Sondierungstiefenreduktion gesamt | etwa 1,7 mm | Mittelwert über unterschiedliche Ausgangstiefen und Studienpopulationen. |
| Tiefe Ausgangstaschen >6 mm | etwa 2,6 mm Reduktion | Je tiefer initial, desto größer meist die mögliche Reduktion – bei zugleich schwierigerem Zugang. |
| Geschlossene Taschen | im Mittel etwa 74 % | Ein relevanter Anteil bleibt behandlungs-/überwachungsbedürftig. |
| BOP-Reduktion | im Mittel etwa 63 % | Entzündung nimmt deutlich ab, verschwindet aber nicht automatisch vollständig. |
Die erste GKV-Befundevaluation erfolgt 3–6 Monate nach AIT
Nach § 11 PAR-Richtlinie wird die erste Befundevaluation drei bis sechs Monate nach Beendigung der antiinfektiösen Therapie durchgeführt.
| Zeitpunkt | Was sinnvoll ist | Was nicht verwechselt werden darf |
|---|---|---|
| Frühe Kontrolle | Beschwerden, Hygiene, Wundreaktion, akute Probleme und Technik kontrollieren. | Keine definitive vollständige BEV unmittelbar nach AIT. |
| 3–6 Monate nach AIT-Ende | BEVa mit vorgeschriebenem klinischen Befund, Vergleich und weiterer Planung. | Frist beginnt nach Abschluss der gesamten AIT, nicht nach dem ersten Quadranten. |
| Nach chirurgischer Therapie | Erneute BEV nach 3–6 Monaten. | Separater Schritt nach Kapitel 10. |
„Ich kontrolliere Beschwerden und Mundhygiene bei Bedarf früher. Die formale Befundevaluation nach AIT erfolgt in der GKV jedoch nach drei bis sechs Monaten, damit ich die ausgeheilte klinische Antwort beurteilen kann.“
Reevaluation bedeutet erneuter strukturierter Befund – nicht nur Taschen messen
- aktuelle Anamnese, Rauchen/Nikotin, Diabeteskontrolle und neue Medikamente,
- Beschwerden, Empfindlichkeit, Funktion und patientenberichtete Veränderung,
- plaque-/mundhygienebezogener Befund und lokale Retentionsfaktoren,
- Sondierungstiefen und Sondierungsblutung reproduzierbar erfassen,
- Suppuration gesondert dokumentieren,
- Rezession und klinisches Attachmentniveau zur Interpretation heranziehen,
- Zahnlockerung und Furkationsbefall erneut beurteilen,
- röntgenologischen Knochenabbau und Knochenabbau/Alter in der vorgeschriebenen Dokumentation berücksichtigen,
- Prognose, Patientenwunsch und Erhaltungsstrategie aktualisieren.
Nur vergleichbare Messungen zeigen echte Veränderung
Messwerte hängen von Sondentyp, Kraft, Angulation, Referenzpunkt, Entzündung und Untersucher ab. Deshalb werden möglichst dieselben Stellen, dieselbe Systematik und dokumentierte Rezessionswerte verwendet.
| Parameter | Verbesserung | Warnsignal |
|---|---|---|
| Plaque | Weniger, besonders an früheren Problemstellen | Unverändert hohe lokale Plaque bei Resttasche |
| BOP/Suppuration | Rückgang oder Abwesenheit | Persistierende Blutung, besonders mit Suppuration |
| TST | Reduktion und Taschenverschluss | Persistenz ≥6 mm oder erneute Zunahme |
| CAL/Rezession | Stabilität oder Attachmentgewinn | Weiterer Attachmentverlust |
| Mobilität/Furkation | Stabil oder verbessert | Progression trotz Therapie |
„Die Diagnose beziehungsweise den Therapieerfolg beurteile ich anhand der Gesamtbefundung. Eine einzelne Millimeterzahl reicht nicht; ich vergleiche TST, BOP, Suppuration, CAL, Plaque, Furkation, Mobilität und Risiken.“
Ziel ist: keine blutende Tasche über 4 mm und keine tiefe Tasche ab 6 mm
Die EFP beschreibt die patientenbezogenen Endpunkte so, dass keine Tasche >4 mm mit BOP und keine tiefe Tasche ≥6 mm verbleibt. Der stellenbezogene Taschenverschluss ist als TST ≤4 mm ohne BOP definiert.
≤4 mm ohne BOP
Günstiges lokales Ergebnis; bei stabiler Gesamtsituation Übergang in UPT.
4–5 mm mit Entzündungszeichen
Ursache prüfen und in der Regel erneut subgingival instrumentieren.
5 mm ohne BOP
Kein perfekter Taschenverschluss, aber nicht automatisch Operationsindikation; Plaque, Verlauf, Defekt und Risiko eng beurteilen.
≥6 mm
Komplexität und chirurgische Therapie prüfen; in der deutschen GKV kann dies nach BEV eine CPT-Indikation begründen.
Bei 4–5-mm-Resttaschen wird gezielt Ursachenbehebung und Reinstrumentierung erwogen
Die EFP empfiehlt bei moderat tiefen Resttaschen von 4–5 mm nach Stufe 2 eine wiederholte subgingivale Instrumentierung, besonders wenn BOP oder andere Entzündungszeichen bestehen.
„Bei einer 4–5 mm tiefen Resttasche mit Blutung suche ich zuerst die Ursache und instrumentiere die Stelle gezielt erneut. Ich behandle nicht pauschal das gesamte Gebiss noch einmal.“
Ab 6 mm wird der chirurgische Zugang ernsthaft geprüft
Persistierende tiefe Taschen sind geschlossen häufig nur unvollständig erreichbar und bergen ein erhöhtes Progressionsrisiko. Nach der deutschen PAR-Richtlinie kann bei einer TST ≥6 mm in der BEV ein offenes Vorgehen angezeigt sein; die EFP empfiehlt bei tiefen Resttaschen nach adäquaten Stufen 1 und 2 insbesondere im Stadium III die Prüfung eines Zugangslappens.
| Prüffrage | Bedeutung für die Entscheidung |
|---|---|
| Ist die Stelle entzündet? | BOP, Suppuration, Plaque und Verlauf bestimmen Aktivität und Dringlichkeit. |
| Ist die AIT wirklich adäquat erfolgt? | Übersehene Fläche/Restkonkrement kann zunächst gezielte Reinstrumentierung rechtfertigen. |
| Welche Anatomie liegt vor? | Intraossärer Defekt, Furkation, Konkavität und Restknochen bestimmen Zugang, Regeneration oder Resektion. |
| Ist der Zahn erhaltungswürdig? | Endodontie, Fraktur, Karies, Mobilität, prothetischer Wert und Patientenwunsch einbeziehen. |
| Ist der Patient operationsfähig und nachsorgebereit? | Medizinisches Risiko, Rauchen, Diabetes, Mundhygiene und UPT-Adhärenz prüfen. |
Eine persistierende Tasche ist ein Befund, keine Diagnose
„Therapieresistent“ darf erst gesagt werden, wenn Diagnose, Behandlung, Patienteneinfluss, lokale Anatomie und Messung kritisch geprüft wurden.
Ist die Veränderung real?
Sondierkraft, Messstelle, Entzündungszustand und Referenzpunkt können Werte verändern.
War die Fläche erreichbar?
Unbehandelte Fläche, Restkonkrement, zu kurzes Arbeitsende oder fehlender Furkationszugang prüfen.
Bleibt die Exposition bestehen?
Plaque, Nikotin, unzureichend kontrollierter Diabetes oder fehlende UPT begünstigen persistierende Entzündung.
Ist es wirklich primär Parodontitis?
Endo-Paro-Läsion, vertikale Wurzelfraktur, Zementabriss, Karies, Fremdkörper oder andere Erkrankung ausschließen.
„Bei einer Nonresponse wiederhole ich nicht blind dieselbe Behandlung. Ich prüfe zuerst Messung, Plaquekontrolle, Risikofaktoren, Instrumentierungszugang, lokale Retention und Differentialdiagnosen.“
Persistierende Entzündung verlangt eine respektvolle Adhärenzanalyse
Die Frage lautet nicht „Hat der Patient gehorcht?“, sondern: Welche Stellen bleiben belegt, welche Handlung wurde nicht umgesetzt und warum? Sichtbefund und praktische Demonstration sind aussagekräftiger als ein pauschales „Ich putze gut“.
| Beobachtung | Mögliche Barriere | Konkrete Anpassung |
|---|---|---|
| Plaque vor allem interdental | Falsche Größe, Blutungsangst, fehlende Technik | Räume neu messen, Anwendung im Mund üben, Blutung erklären. |
| Orale Seitenzahnflächen belegt | Systematik/Zugang fehlen | Kleiner Kopf, Reihenfolge, Spiegelposition und langsame Führung trainieren. |
| Gute Technik, seltene Anwendung | Routine-/Zeitproblem | Wenn-dann-Plan und kleinere Mindesthandlung vereinbaren. |
| Generalisiert gute Pflege, einzelne Reststelle | Lokale Anatomie/Retention | Nicht pauschal motivieren; Stelle professionell diagnostizieren. |
Lokale Ursachen müssen vor der nächsten Instrumentierung identifiziert werden
| Ursache | Hinweis | Konsequenz |
|---|---|---|
| Restkonkrement | Taktil/radiologisch verdächtig, lokales BOP, schwerer Zugang | Gezielte Instrumentierung mit passendem Ansatz. |
| Überstehender Restaurationsrand | Plaqueretention, Faden reißt, tastbare Stufe | Glätten oder Restauration erneuern, sofern möglich. |
| Wurzeleinziehung/Furkation | Anatomisch typische Stelle, horizontaler Sondenbefund | Mehrdirektionaler Zugang; gegebenenfalls chirurgisch. |
| Endodontische Läsion | Negativer/auffälliger Sensibilitätstest, apikaler Befund, schmale tiefe Tasche | Endodontische Diagnose und Therapiepriorität klären. |
| Vertikale Wurzelfraktur | Isolierte schmale Tasche, J-förmige Aufhellung, Fistel, restaurierter endodontischer Zahn | Frakturdiagnostik; Instrumentierung löst Ursache nicht. |
| Karies/Resorption/Zementabriss | Lokalisierte Rauigkeit oder Defekt, Bildgebung/Exploration | Spezifische Diagnose und Therapie. |
| Okklusales Trauma | Mobilität, Fremitus, Beschwerden | Mitbeurteilen; ist allein nicht die Ursache plaqueinduzierter Parodontitis. |
„Die Diagnose stelle ich anhand der Gesamtbefundung. Eine isolierte tiefe Resttasche kann zum Beispiel durch eine Wurzelfraktur oder eine endodontische Läsion bedingt sein und darf nicht automatisch erneut gescalt werden.“
Von der BEV zur nächsten Therapiestufe
Generalisiertes Stadium III, Grad C – AIT planen
Fall: 39-jähriger Patient, 15 Zigaretten/Tag, generalisierte TST 5–7 mm, BOP 58 %, horizontale und lokale vertikale Defekte, Furkation Grad I an 36/46. MHU wurde durchgeführt; approximale Plaque besteht noch stellenweise. Keine relevanten internistischen Kontraindikationen.
Stufe 2 ist indiziert
Genehmigter Plan und Taschen ≥4 mm begründen die geschlossene AIT. Die restliche Plaque wird parallel weiter trainiert; es gibt keine starre AIT-Sperre.
Umfang individuell
Quadrantenweise oder Full Mouth möglich. Wegen großer Fläche können zwei bis vier ausreichend lange Sitzungen binnen vier Wochen sinnvoll sein.
Kombiniert instrumentieren
Nach LA schlanke Ultraschallansätze für flächige Reduktion, Gracey 11/12 und 13/14 beziehungsweise Miniinstrumente für Approximalflächen/Furkation.
Rauchstopp bleibt aktiv
Kurzintervention und Weiterleitung anbieten; Rauchen kann Blutung maskieren und Heilung/Prognose verschlechtern.
Reaktionen erklären
Rezession, offene Zwischenräume und Sensibilität vorab erklären; Interdentalgrößen später neu anpassen.
Nach 3–6 Monaten
Kompletter Vergleich; 4–5 mm mit BOP gezielt reinstrumentieren, ≥6 mm einschließlich Defekt/Furkation chirurgisch prüfen.
Mündliche Kurzantwort: „Ich aktualisiere zunächst Anamnese und Befund, überprüfe Aufklärung, MHU und Risikokontrolle und führe dann unter Lokalanästhesie die AIT an allen Taschen ab 4 mm durch. Ich kombiniere schlanke Ultraschallansätze mit flächenspezifischen Küretten, arbeite systematisch und substanzschonend und schließe die Strecke möglichst innerhalb von vier Wochen ab. Nach drei bis sechs Monaten folgt die BEV.“
Isolierte 7-mm-Resttasche distal 16 nach guter Gesamtantwort
Fall: Drei Monate nach abgeschlossener AIT: Full-Mouth-Plaquescore niedrig, BOP von 42 % auf 9 % reduziert. Fast alle Stellen ≤4 mm ohne BOP. Distal 16 persistieren 7 mm mit BOP und Suppuration; Furkation bukkal Grad II, mesialer Röntgenbefund unauffällig.
Messung und Diagnose prüfen
TST reproduzieren, Suppuration bestätigen, Sensibilität/Perkussion, Restaurationsrand, Frakturzeichen und Wurzelanatomie beurteilen.
Zugang wahrscheinlich begrenzt
Distale Molarenfläche und Furkation sind anatomisch schwierig; übersehene Ablagerung oder komplexe Defektmorphologie möglich.
CPT erörtern
Bei bestätigter erhaltungswürdiger ≥6-mm-Resttasche chirurgischen Zugang und Furkationsstrategie nach Aufklärung prüfen.
Wenn Operation nicht möglich
Gezielte Reinstrumentierung und engmaschige UPT als Mindeststrategie; Grenzen und Prognose transparent dokumentieren.
„Die gute Gesamtantwort spricht gegen ein generelles Adhärenzproblem. Ich kläre die isolierte Stelle differentialdiagnostisch. Bei bestätigter 7-mm-Resttasche mit Entzündung und Furkationsbefall prüfe ich wegen des begrenzten geschlossenen Zugangs ein offenes Vorgehen.“
Typische Fehler – und die präzise Korrektur
| Fehler | Warum problematisch? | Korrektur |
|---|---|---|
| AIT = „Zahnstein wegkratzen“ | Biofilm, Entzündung, Risikofaktoren und Reevaluation fehlen. | Stufenweise Ursache-Wirkungs-Logik erklären. |
| Jede Wurzel „glasglatt“ hobeln | Unnötiger Zement-/Dentinabtrag und Sensibilität. | Substanzschonende Biofilm-/Konkrementkontrolle. |
| Scaler tief subgingival einsetzen | Spitze und Querschnitt traumatisieren Gewebe. | Kürette oder geeigneten schlanken Ansatz wählen. |
| Gracey 11/12 distal verwenden | Falsche Flächenadaptation. | 11/12 mesial, 13/14 distal. |
| Arbeitsende vollständig anlegen | Zehe hebt ab; Gewebetrauma. | Nur vorderes Drittel adaptieren. |
| Mit geschlossenem Winkel scalen | Konkrement wird brüniert. | Zum Arbeiten ungefähr 70–80° einstellen. |
| Ultraschallspitze punktuell drücken | Wärme und Substanzschaden, gedämpfte Schwingung. | Laterale Fläche, leichter Druck, ständige Bewegung, Wasser. |
| Antibiotikum routinemäßig | Nebenwirkungen und Resistenzen ohne sichere Indikation. | Nur eng ausgewählt und nie als Ersatz für die mechanische Instrumentierung. |
| Laser als automatische Aufwertung | Kein belegter routinemäßiger Zusatznutzen. | Mechanische Instrumentierung als Standard. |
| BEV nach sechs Wochen als GKV-Regel | Aktuelle PAR-Richtlinie verlangt 3–6 Monate. | Frühe Kontrolle von formaler BEVa unterscheiden. |
| Jede 5-mm-Stelle operieren | Entzündung und Verlauf werden ignoriert. | 5 mm ohne BOP überwachen; 4–5 mm mit BOP Ursachen/reinstrumentieren. |
| Jede ≥6-mm-Stelle blind operieren | Diagnose, Erhaltbarkeit, Ästhetik, Risiko und Patientenwunsch fehlen. | CPT strukturiert prüfen und gemeinsam entscheiden. |
Die 90-Sekunden-Antwort
„Die nichtchirurgische Parodontaltherapie ist die zweite Stufe der systematischen Behandlung. Voraussetzung sind eine gesicherte Diagnose mit Parodontalstatus, Aufklärung, patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung und die Kontrolle beeinflussbarer Risiken. In der GKV erfolgt die antiinfektiöse Therapie geschlossen an Taschen mit einer Sondierungstiefe ab 4 mm und soll möglichst innerhalb von vier Wochen abgeschlossen werden.
Nach Aktualisierung der Anamnese und ausreichender Lokalanästhesie entferne beziehungsweise reduziere ich subgingivalen Biofilm und klinisch erreichbare Konkremente. Dafür kann ich Handinstrumente, Schall-/Ultraschallinstrumente oder eine Kombination verwenden; klinisch ist keine Instrumentengruppe generell überlegen. Bei Gracey-Küretten verwende ich beispielsweise 11/12 mesial und 13/14 distal, adaptiere nur das vordere Drittel und arbeite mit kontrollierten überlappenden Zügen. Ziel ist eine substanzschonende Infektionskontrolle, nicht die aggressive Entfernung des Wurzelzements. Routinemäßige Weichgewebskürettage, Antibiotika, Laser oder aPDT sind kein Standard.
Nach der Heilung führe ich in der GKV drei bis sechs Monate nach AIT die Befundevaluation durch. Ich vergleiche insbesondere TST, BOP, Suppuration, CAL, Plaque, Mobilität und Furkation. Ziel sind keine blutenden Taschen über 4 mm und keine Taschen ab 6 mm. 4–5-mm-Resttaschen mit Entzündung instrumentiere ich nach Ursachenprüfung gezielt erneut; bei bestätigten tiefen Resttaschen ab 6 mm prüfe ich eine chirurgische Therapie. Bei erreichtem Endpunkt geht der Patient in die UPT.“
Sprechzeit bei ruhigem Prüfungstempo ungefähr 90–110 Sekunden. Bei Rückfragen zuerst Instrumententechnik, dann Reevaluation vertiefen.
26 Prüfungsfragen und 26 KP-Sätze
26 häufige Prüfungsfragen mit Kurzantwort
1. Was bedeutet AIT?
2. Was ist das Hauptziel der subgingivalen Instrumentierung?
3. Ab welcher Sondierungstiefe erfolgt die AIT nach PAR-Richtlinie?
4. In welchem Zeitraum sollte die AIT abgeschlossen werden?
5. Ist ein bestimmter Plaqueindex zwingende Voraussetzung für die AIT?
6. Sind Handinstrumente besser als Ultraschallinstrumente?
7. Was unterscheidet Sichelscaler und Kürette?
8. Was unterscheidet Universal- und Gracey-Kürette?
9. Welche Gracey-Küretten verwende ich mesial und distal im Seitenzahnbereich?
10. Welcher Teil der Kürette wird adaptiert?
11. Wie groß ist der Arbeitswinkel beim Scaling?
12. Welche Arbeitszüge gibt es?
13. Muss die Wurzel nach AIT spiegelglatt sein?
14. Gehört eine Weichgewebskürettage routinemäßig dazu?
15. Wird die AIT unter Lokalanästhesie durchgeführt?
16. Ist Full-Mouth-Instrumentierung besser als quadrantenweise Therapie?
17. Soll ein Laser routinemäßig zusätzlich eingesetzt werden?
18. Bekommt jeder Patient Antibiotika zur AIT?
19. Kann Air-Polishing Konkremente entfernen?
20. Welche klinischen Verbesserungen sind nach AIT zu erwarten?
21. Warum entstehen nach AIT Rezessionen und offene Dreiecke?
22. Wann erfolgt die erste Befundevaluation in der GKV?
23. Was wird bei der Reevaluation beurteilt?
24. Wie ist Taschenverschluss definiert?
25. Was tun bei einer 4–5-mm-Resttasche mit BOP?
26. Was tun bei einer Resttasche ab 6 mm?
26 KP-Sätze zum schnellen Wiederholen
- Die AIT ist die antiinfektiöse Therapie im geschlossenen Vorgehen.
- Subgingivale Instrumentierung ist der moderne Oberbegriff für nichtchirurgische Bearbeitung subgingivaler Zahn- und Wurzeloberflächen.
- Der Grund dafür ist die mechanische Disruption des Biofilms und die Entfernung klinisch erreichbarer Konkremente.
- Nach der PAR-Richtlinie behandle ich Taschen ab einer Sondierungstiefe von 4 mm.
- Die gesamte AIT sollte nach Möglichkeit innerhalb von vier Wochen abgeschlossen werden.
- Ein starrer Plaque-Grenzwert ist keine Voraussetzung der AIT, die Mundhygienekontrolle bleibt aber essenziell.
- Hand-, Schall- und Ultraschallinstrumente können allein oder kombiniert eingesetzt werden.
- Die Instrumentenwahl richtet sich nach Taschentiefe, Ablagerung, Wurzelanatomie und Patientensituation.
- Der Sichelscaler ist wegen seiner spitzen Zehe primär ein supragingivales Instrument.
- Universalküretten besitzen zwei, Gracey-Küretten eine aktive Schneidekante.
- Gracey 11/12 verwende ich mesial und Gracey 13/14 distal an Seitenzähnen.
- Ich adaptiere nur das vordere Drittel des Arbeitsendes an die Wurzeloberfläche.
- Zum Einführen schließe ich den Winkel; zum Scaling arbeite ich ungefähr bei 70–80°.
- Kurze kräftige Züge lösen Konkrement, leichtere überlappende Züge dienen der Feinbearbeitung.
- Eine stumpfe Kürette erhöht den Kraftbedarf und kann Konkrement brünieren.
- Beim Ultraschall arbeite ich mit lateraler Ansatzfläche, leichtem Druck, ausreichender Kühlung und ständiger Bewegung.
- Das Therapieziel ist Infektionskontrolle bei maximaler Substanzschonung, nicht die Entfernung des gesamten Wurzelzements.
- Eine routinemäßige Weichgewebskürettage ist nicht erforderlich.
- Laser, aPDT und systemische Antibiotika sind kein routinemäßiger Ersatz oder Zusatz zur mechanischen Basistherapie.
- Quadrantenweise und Full-Mouth-Instrumentierung sind mögliche, klinisch nicht generell überlegene Sitzungskonzepte.
- Nach der AIT können Rezession, offene Interdentalräume und vorübergehende Hypersensibilität auftreten.
- Die Sondierungstiefe nimmt durch Gingivarezession und klinischen Attachmentgewinn ab.
- Die GKV-Befundevaluation erfolgt drei bis sechs Monate nach Abschluss der AIT.
- Die Diagnose des Therapieerfolgs stelle ich anhand der Gesamtbefundung und des Vergleichs mit dem Ausgangsbefund.
- Bei 4–5 mm mit BOP prüfe ich die Ursache und instrumentiere gezielt erneut; bei ≥6 mm prüfe ich die chirurgische Therapie.
- Ob es gut ausgeht, hängt von gründlicher Instrumentierung, wirksamer Selbstpflege, Risikokontrolle und konsequenter UPT ab.
Fachquellen und Ultra-Kurz-Zusammenfassung
Ausgewählte Fachquellen
- Hellwig E, Schäfer E, Klimek J, Attin T. Einführung in die Zahnerhaltung: Prüfungswissen Kariologie, Endodontologie und Parodontologie. 8., überarbeitete Auflage. Deutscher Zahnärzte Verlag; 2023. Besonders die Abschnitte zur systematischen Parodontitistherapie, subgingivalen Instrumentierung, Instrumentenkunde und Reevaluation.
- Müller H-P. Checklisten der Zahnmedizin: Parodontologie. 3., aktualisierte Auflage. Thieme; 2012. Abschnitte zu Phase I, Hand- und Ultraschallinstrumenten, Scaling/Wurzelglättung, Furkationen und Erhaltungstherapie.
- Weber T. Memorix Zahnmedizin. 3. Auflage. Thieme; 2010. Prüfungsgrundlagen zu Scaler, Universal- und Gracey-Küretten, Instrumentenführung und parodontaler Therapie; historische Detailangaben wurden aktuell abgeglichen.
- Sanz M, Herrera D, Kebschull M, et al. Treatment of stage I–III periodontitis—The EFP S3 level clinical practice guideline. J Clin Periodontol. 2020;47(Suppl 22):4–60. doi:10.1111/jcpe.13290
- DG PARO, DGZMK. Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III – deutsche Implementierung der EFP-S3-Leitlinie. AWMF-Registernummer 083-043. AWMF-Leitlinienseite. Die Fassung 2020–2025 befindet sich nach den Fachgesellschaftsangaben in Überarbeitung; aktuelle versorgungsrechtliche Details wurden daher mit der geltenden PAR-Richtlinie abgeglichen.
- Gemeinsamer Bundesausschuss. Richtlinie zur systematischen Behandlung von Parodontitis und anderer Parodontalerkrankungen (PAR-Richtlinie). Fassung vom 17.12.2020, zuletzt geändert am 19.12.2024; einschlägige Änderungen in Kraft seit 01.07.2025. G-BA PAR-Richtlinie
- Suvan J, Leira Y, Moreno Sancho FM, Graziani F, Derks J, Tomasi C. Subgingival instrumentation for treatment of periodontitis: a systematic review. J Clin Periodontol. 2020;47(Suppl 22):155–175. doi:10.1111/jcpe.13245
- Loos BG, Needleman I. Endpoints of active periodontal therapy. J Clin Periodontol. 2020;47(Suppl 22):61–71. doi:10.1111/jcpe.13253
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Redaktioneller Hinweis: Dieses Kapitel wurde eigenständig für die zahnärztliche Kenntnisprüfung formuliert. Die drei bereitgestellten deutschsprachigen Lehrbücher bilden die didaktische und instrumentenkundliche Buchgrundlage. Ältere Aussagen – beispielsweise routinemäßig aggressives Root Planing, pauschale Kontraindikationen für Ultraschall, feste frühe Reevaluationsintervalle oder die routinemäßige Weichgewebskürettage – wurden nicht ungeprüft übernommen. Sie wurden mit der EFP-S3-Leitlinie, systematischen Reviews und der aktuell geltenden deutschen PAR-Richtlinie abgeglichen. Die Inhalte ersetzen keine patientenindividuelle Diagnostik, Aufklärung, Herstellerinformation oder Therapieentscheidung.