Speicheldrüsentumoren

Speicheldrüsentumoren – benigne & maligne Veränderungen

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Speicheldrüsentumoren sind eine sehr heterogene Gruppe und betreffen am häufigsten die Parotis. Inhalte basieren vollständig auf deinem PDF. Speicheldrüse

🧬 Epidemiologie & Verteilung

  • 70–80 % aller Tumoren in der Parotis
  • ~10 % in der Submandibularis
  • selten in der Sublingualis — dort jedoch häufiger maligne!
  • Tumoren in kleinen Speicheldrüsen: seltener, aber oft bösartig
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Merksatz:
„Je kleiner die Drüse, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Malignität.“

🚨 Klinische Warnzeichen für Malignität

  • rasches Wachstum
  • Schmerzen
  • Fixation an die Umgebung
  • Fazialisparese (bei Parotistumoren besonders alarmierend!)
  • Hautinfiltration
  • Lymphknotenbeteiligung
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😊 Benigne Tumoren

1. Pleomorphes Adenom

  • häufigster gutartiger Tumor
  • derb-elastisch
  • langsames Wachstum
  • nicht enukleieren
  • vollständige chirurgische Entfernung aufgrund knotiger Ausläufer
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2. Warthin-Tumor (Adenolymphom)

  • typischerweise im höheren Alter
  • oft bei Rauchern
  • kann beidseitig vorkommen
  • oft in kaudaler Parotis
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👿 Maligne Tumoren (Auswahl)

Mukoepidermoid-Karzinom

  • häufigster maligner Speicheldrüsentumor
  • Verlauf variiert nach Differenzierungsgrad
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Adenoid-zystisches Karzinom

  • perineurales Wachstum → nervenassoziiert
  • spätes Metastasierungsrisiko
  • trotz langsamem Wachstum langfristig kritisch
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Azinuszellkarzinom

  • eher langsam wachsend
  • kann aber infiltrativ werden
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🧫 Diagnostik bei Tumorverdacht

  1. Anamnese
  2. klinische Untersuchung → Fazialisfunktion prüfen!
  3. Sonographie — erste Übersicht
  4. MRT → Beurteilung von Tiefe/Nervenbeteiligung
  5. CT bei knöchernen Strukturen
  6. Feinnadelaspiration (FNA) → zur zytologischen Orientierung
  7. Biopsie → unter onkologischen OP-Bedingungen
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Wichtig:
Nicht einfach „Probe entnehmen“ beim Hauszahnarzt — onkologischer Kontext beachten.
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💉 Therapie

Gutartige Tumoren

  • vollständige chirurgische Entfernung
  • Schonung des N. facialis
  • Vermeidung von Rezidiven durch ausreichende Resektionsränder
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Maligne Tumoren

  • radikalere Resektion
  • ggf. Lymphknotenentfernung
  • Radiotherapie / Chemotherapie je nach Tumortyp
  • langfristiges Follow-Up
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🗣️ Prüfungsformulierung

„Bei einer parotidären Schwellung mit rascher Größenzunahme oder einer begleitenden Fazialisparese denke ich an eine maligne Veränderung. Ich führe eine Sonographie und bei Bedarf eine MRT durch, um das perineurale Wachstum beurteilen zu können. Eine Feinnadelaspiration liefert zytologische Hinweise. Die definitive Therapie erfolgt chirurgisch, bei malignen Befunden ggf. kombiniert mit Radiotherapie oder Chemotherapie.“
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🧠 Kurz-Merksätze

  • Parotistumor + Fazialisparese = immer Malignitätsverdacht
  • Pleomorphes Adenom = häufigster benigner Tumor
  • Adenoid-zystisches Karzinom = perineurales Wachstum
  • Sublingualis-Tumoren = selten, aber oft bösartig
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