Kenntnisprüfung Zahnmedizin · Speicheldrüsen

Speicheldrüsen – Gesamtzusammenfassung für die KP

Anatomie, klinische Muster, Bildgebung, Sialolithiasis, Sialadenitis, Ranula, Xerostomie und Tumor-Red-Flags kompakt wiederholen.

KP NiedersachsenSchnellwiederholung14 LernabschnitteStand August 2026
00 · Schnellwiederholung

Speicheldrüsen – schnelle klinische Wiederholung

Diese Seite ist für die letzte Wiederholung gedacht. Die ausführlichen Begründungen stehen in den verlinkten Fachseiten.

01 · Anatomie

Anatomie in einer Tabelle

Drüse Sekret Gang und Mündung Klinischer Prüfpunkt
Parotis serös Stensen-Gang gegenüber dem oberen zweiten Molaren N. facialis durchläuft Drüse; Sekretomotorik über N. IX
Submandibularis gemischt, überwiegend serös Wharton-Gang an Caruncula sublingualis Hauptanteil Ruhespeichel; N. lingualis kreuzt Gang
Sublingualis gemischt, überwiegend mukös Rivinus-Gänge an Plica; variabler Bartholin-Gang Ranula; enge Beziehung zu Wharton-Gang und N. lingualis
02 · Klinische Muster

Fünf Leitsymptome

1
Prandiale Schwellung: Stein oder Stenose.
2
Schmerz, Fieber, Eiter: bakterielle Sialadenitis.
3
Akut bilateral ohne Eiter: virale Ursache erwägen.
4
Chronisch bilateral und schmerzlos: Sialadenose oder systemische Erkrankung; Ausschlussdiagnose.
5
Persistierend einseitig und schmerzlos: Tumorverdacht.
03 · Dringlichkeit

Red Flags

  • Atemwegsgefährdung oder rasch zunehmende Mundboden-/Halsschwellung;
  • Sepsis oder tiefer Abszess;
  • Fazialisparese;
  • rasches Tumorwachstum, Fixierung oder Hautinfiltration;
  • neue Sensibilitäts- oder andere Hirnnervenstörung;
  • suspekte Halslymphknoten;
  • persistierende asymmetrische Drüsenschwellung bei Sjögren.
04 · Methodenwahl

Bildgebung

Frage Methode
oberflächliche große Drüse, Stein, Entzündung Sonographie zuerst
Verkalkung, Knochen, tiefe akute Infektion CT
Tumorausdehnung, tiefer Parotislappen, Nerven MRT
Gangarchitektur ohne Katheter MR-Sialographie
direkte Gangdiagnostik plus Therapie Sialendoskopie
Tumorgewebe bildgesteuerte FNA oder Core-Needle-Biopsie
05 · Obstruktion

Sialolithiasis

  • häufigste symptomatische obstruktive Erkrankung;
  • überwiegend Glandula submandibularis;
  • Klinik: Schwellung und Schmerz beim Essen;
  • Untersuchung: Papille, Sekret, bimanuelle Palpation;
  • Sonographie zuerst, native CT bei Unklarheit;
  • Behandlung nach Ort, Größe, Mobilität, Gang und Entzündung;
  • endoskopisch, transoral, lithotriptisch oder kombiniert;
  • Drüsenentfernung als Reserve;
  • Antibiotika nur bei bakterieller Sekundärinfektion.
06 · Entzündung

Sialadenitis

Bakteriell

  • meist aufsteigend bei Stase oder Hyposalivation;
  • häufig S. aureus, Streptokokken und orale Anaerobier;
  • Schmerz, Fieber, Druckdolenz und Eiter;
  • Hydratation, Mundpflege, Massage, geeignete Stimulation, Analgesie und Antibiotika;
  • Abszess anatomiegerecht drainieren;
  • Stein oder Stenose mitbehandeln.

Viral

  • Mumps klassisch parotidär und häufig bilateral;
  • kein typisches eitriges Gangsekret;
  • supportiv, infektiologische Vorgaben beachten;
  • keine Antibiotika ohne bakterielle Superinfektion.

Chronisch

  • nach Obstruktion, Stenose oder Parenchymschaden;
  • Ursache suchen;
  • drüsenerhaltende Behandlung anstreben.
07 · Mundboden

Ranula

  • meist Schleimextravasations-Pseudozyste der Sublingualdrüse;
  • orale Form im Mundboden;
  • plunging Form im submandibulären/zervikalen Raum;
  • Klinik und Sonographie, bei tiefer Ausdehnung MRT;
  • Therapie individuell; keine Methode ist für alle Fälle eindeutig überlegen;
  • N. lingualis und Wharton-Gang schützen.
08 · Nicht entzündlich

Sialadenose

  • nicht entzündlich und nicht neoplastisch;
  • meist bilateral, schmerzlos und parotidär;
  • metabolische, nutritive, toxische oder autonome Zusammenhänge;
  • Tumor, Sjögren, Lymphom und Infektion ausschließen;
  • Grunderkrankung behandeln.
09 · Speichelfunktion

Xerostomie und Hyposalivation

  • Xerostomie = subjektiv;
  • Hyposalivation = objektiv messbar;
  • häufig Medikamente und anticholinerge Gesamtlast;
  • weitere Ursachen: Dehydratation, Sjögren, Bestrahlung, Radiojod, Diabetes;
  • Folgen: Wurzel-/Glattflächenkaries, Candidose, Brennen, Dysphagie, Prothesenprobleme;
  • Sialometrie: unstimuliert ≤0,1 ml/min stark vermindert;
  • Therapie: Ursache, Medikamentenreview, Stimulation, Ersatzmittel, intensive Fluoridprophylaxe;
  • keine pauschale Empfehlung saurer Bonbons.
10 · Onkologie

Tumoren

  • Mehrzahl in Parotis, dort überwiegend benign;
  • relativer Malignitätsanteil steigt in kleineren Drüsen;
  • pleomorphes Adenom häufigster benigner Tumor;
  • Warthin-Tumor: Parotis, Rauchen, bilateral/multifokal möglich;
  • adenoid-zystisches Karzinom: perineural, späte Rezidive/Fernmetastasen;
  • Fazialisfunktion und Halslymphknoten immer dokumentieren;
  • Sonographie, MRT nach Befund, geplante FNA/CNB;
  • keine ungezielte offene Parotisbiopsie;
  • Operation ist meist Grundlage; Radiotherapie und Systemtherapie risikoadaptiert.
11 · Prüfungsantwort

Die perfekte 60-Sekunden-Antwort

„Bei einer Speicheldrüsenschwellung prüfe ich zunächst Notfallzeichen. Danach unterscheide ich akut oder chronisch, schmerzhaft oder schmerzlos, ein- oder beidseitig und frage nach einem Mahlzeitenbezug. Prandiale Beschwerden sprechen für Stein oder Stenose, Fieber und eitriges Sekret für bakterielle Sialadenitis, eine beidseitige schmerzlose Schwellung für Sialadenose oder Systemerkrankung und ein persistierender einseitiger schmerzloser Knoten für einen Tumor. Ich inspiziere die Papillen, palpiere Drüse und Mundboden und dokumentiere bei Parotisbefunden die Fazialisfunktion. Sonographie ist häufig die erste Bildgebung, CT nutze ich für Kalk, Knochen und tiefe Infektion, MRT für Tumor und perineurales Wachstum. Die Therapie soll die Ursache behandeln und die Drüse möglichst erhalten.“

12 · Lernpfad

Weiterlernen

13 · Anwendungshinweis

Gemeinsamer Hinweis zu Evidenz und Urheberrecht

Die Seitentexte wurden vollständig neu und eigenständig formuliert. Es wurden keine fremden Abbildungen, Tabellen oder längeren Textpassagen übernommen. Medizinische Fachbegriffe und Fakten sind nicht exklusiv geschützt; die konkrete sprachliche und didaktische Darstellung ist eine eigenständige Neufassung. Quellenangaben dienen der fachlichen Nachprüfbarkeit.

Die Inhalte ersetzen weder Untersuchung und individuelle Therapieplanung noch lokale SOP, Arzneimittelfachinformation oder interdisziplinäre Leitlinienentscheidung. Vor kommerzieller Veröffentlichung ist zusätzlich ein finales medizinisches Lektorat durch eine Fachärztin beziehungsweise einen Facharzt für MKG/HNO und eine rechtliche Prüfung des konkreten Geschäftsmodells sinnvoll.

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